Der kleine Weiler gehört auf Grund der Bauweise des Kirchleins ganz sicher zu den frühen Siedlungen im Gebiet. Zwar wird erst in einer um das Jahr 1200 abgefasste Urkunde die Kirche „sanctus Williboldus“ erwähnt. Nach der Art des Mauerwerks in der Nordwand, dem sogenannten „Fischgräten mauerwerkt“, muss das Kirchlein aber schon Jahrhunderte früher errichtet worden sein, denn diese Art des Mauerwerk gab es nur in der karolingischen Zeit, also hauptsächlich im 9. Und 10. Jahrhundert und nur selten noch in frühromansicher Zeit, im 11. Jahrhundert.

Die hochgelegenen, sehr kleinen rundbogigen Fenster der Südseite weisen ebenfalls auf ein sehr hohes Alter. Es ist daher besonders bedauerlich, dass man dieses ehrwürdige Gotteshaus in diesem jahrhundert fast völlig verfallen ließ. Aber es wurde bis heute wieder gänzlich renoviert.

Die ursprünglich romanische Kirche besaß noch am Beginn des 20. Jahrhunderts eine flache Holzdecke mit interessanter Schablonenmalerei. Der durch das schadhafte Dach eindringende Regen hat dazu geführt, dass diese herabgebrochen ist. Im 15. Jahrhundert erhielt das Kirchlein im osten einen gotischen Chor und wahrscheinlich auch den typischen Dachreiter über dem Kirchenschiff. Auch die südseitige Sakristei dürfte in dieser Zheit umgebaut worden sein. Nach urkunden vom 5. Mai 1413 und 4. Juli 1585 wird St. Willibald als Filialkirche von kappel bezeichnet. Ab 1780 wurde die Filiale dann von St. Martin mitprovidiert. Kaiser Joseph II wollte im Zuge seiner übereifrigen Reformen auch diese Filiale auflösen. Die Schließung war für den 13. Februar 1788 vorgesehen. Sie ist aber offensichtlich nicht durchgeführt worden. Im Jahre 1855 wurde St. Willibald dann endgültig der Pfarre St. Martin einverleibt.

Der Patron der Kirche und des Ortes ist der hl. Willibald. Dieser soll um das Jahr 700 als Sohn des ebenfalls heiligen König Richard in England geboren worden sein.