Schon zwischen den Jahren 991 und 1022 – das genaue Jahr ist nicht bekannt – entstand St. Martin am Krappfeld als Eigenkirche eines Edlen namens Heimo. Eigenkirchen waren sozusagen Privatkirchen, die von Adeligen auf ihrem Besitz für sich und ihre Untertanen errichtet wurden.

Dieser Heimo erhielt nun vom Erzbischof von Salzburg für diese Kirche das Tauf- und Begräbnisrecht. Dieses Recht stand normalerweise nur den Pfarrkirchen zu.

Man nimmt, auf Grund einzelner Hinweise an, dass die Heimo-Kirche aus Holz errichtet worden war. Der erste Bischof von Gurk, Gunther vom Krappfeld, der wahrscheinlich ein Verwandter des Edlen Heimo war, hat nämlich später die Kirche „in Stein neu aufgebaut“ und am 4. Juli 1075 eingeweiht.

Nach dem Tode Rudgers vom Krappfeld gelangte die Kirche vor dem Jahre 1146 in den Besitz des bekannten Gurker Bischofs Roman I.

Die Pfarrkirche von St. Martin ist ein sehr ehrwürdiges Bauwerk. Das Kirchenschiff mit seiner Flachdecke geht sicher auf einen frühen romanischen Bau zurück, sehr wahrscheinlich auf die von Bischof Gunther 1075 geweihte Kirche. Von dieser ersten aus Stein gebauten Kirche stammen sicher auch die beiden urtümlichen Steinköpfe, ein weiblicher und ein männlicher, die heute außen unter dem Sims des Chores eingemauert sind. Solche Bildnisse hat man in romanischer Zeit gerne im Bereich der Kirchenportale angebracht. Die an der Tür angebrachten schmiedeeisernen Beschläge, überwiegend in S-Form, sind uralte, auf der ganzen Welt verbreitete Abwehrzeichen, die Böses fernhalten sollten. Seit jeher wird ihnen sogar magische Kraft zugeschrieben.